125 Jahre
Deutsche Rentenversicherung
Rheinland-Pfalz

Für die Menschen. Auch in Zukunft.

Soziale Frage im Kaiserreich
Im Industriezeitalter wurden in den Fabriken großartige Reichtümer geschaffen, die technische Entwicklung schritt rasant voran. 1865 wurde in Mannheim die BASF gegründet. Neue Erfindungen ließen ganze Industriezweige aufblühen. Aber der Preis war hoch: Die Arbeiter litten Not, weil ihre armen Familien sie nicht mehr unterstützen konnten. Ein Ausfall des Familienoberhauptes wegen Krankheit, Unfall, Invalidität oder Alter stürzte Frau und Kinder ins Elend.

In dieser Situation setzten immer mehr Arbeiter ihre Hoffnungen in die revolutionäre Sozialdemokratie. Der Reichskanzler Otto von Bismarck reagierte mit einer „Zuckerbrot und Peitsche“-Strategie. Während die neue Sozialversicherung vor den typischen Lebensrisiken schützte, sollte das Verbot der SPD das autoritäre Kaiserreich vor der Revolution bewahren.

125 Jahre danach ist es Zeit zurückzublicken: Was bot die Rentenversicherung ihren Versicherten im heutigen Rheinland-Pfalz eigentlich im Lauf der Jahrzehnte?

Arbeiter konnten im Alter lange Zeit nur auf Almosen hoffen.
Bild: Archiv der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz.
1889-
1918

Gründerjahre

Rentenversicherung im Kaiserreich

1893: Gute Nachrichten aus Kaiserslautern
„Die Zahl der Gegner [der Rentenversicherung] nimmt in dem Maße ab, wie die Zahl der Rentenempfänger steigt.“ (Unbekannt)
1895: Gebot der Sparsamkeit
„Die Verwaltungskosten berechnen sich auf 16 Pfennige pro Kopf der Versicherten.“ (Geschäftsführer Landgraf). Heute liegen sie übrigens bei 19,99 €.
1914: Kriegswohlfahrtspflege
„Der in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres ausgebrochene große Krieg berührte selbstverständlich auch ganz wesentlich die Verhältnisse unserer Anstalt. Wie schon bemerkt, wurde zunächst ein großer Teil des Beamtenpersonals zum Heere eingezogen, wodurch erhebliche Verschiebungen in der Erledigung der Geschäfte eintraten, zumal auch eine Anzahl neuer Hilfskräfte eingestellt werden mußte. Die Einnahmen aus Beiträgen zeigten naturgemäß einen erheblichen Rückgang. Die Renten wurden gleichfalls wesentlich beeinflußt, was übrigens im kommenden Geschäftsjahr noch mehr zu Tage treten wird. Durch besondere Maßnahmen auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrtspflege wurde die Anstalt zu erweiterter Tätigkeit angeregt. Auch die Beteiligung an den Kriegsanleihen ist hier anzuführen.“ (Geschäftsführer Kremer)
Bildpostkarte zu Gunsten des Witwen- und Waisenfonds
Bild: Historisches Museum der Pfalz, Speyer. Lizenz: CC 3.0, by-nc-sa
1915: Versorgung der Opfer
Kriegspflegerinnenausweis
Bild: Historisches Museum der Pfalz, Speyer. Lizenz: CC 3.0, by-nc-sa
1916: Frauenarbeit im Krieg
1919-
1933

Weimarer Republik

Der demokratische Sozialstaat

1923/24: Wertlose Milliarden
„Die freiwilligen Leistungen mussten im Jahre 1923 infolge der durch den Währungsverfall hervorgerufenen ungünstigen Geldlage der L.V.A. zu Anfang des Jahres stark eingeschränkt werden; die weiter fortschreitende Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse und das Bestreben wenigstens die Lungentuberkulosefürsorge möglichst lange aufrecht zu erhalten, zwang uns im September 1923 das Heilverfahren (ausgenommen tuberkulöse Lungenkranke) vollständig einzustellen und auch unsere Beratungsstelle für Geschlechtskranke in Kaiserslautern zu schließen.“ (Geschäftsführer Miesel)
1933-
1945

Nationalsozialismus

Sozialversicherung in Diktatur und Krieg

1945-
1956

Der schwere Wiederaufbau

Nachkriegszeit und frühe Bundesrepublik

1950: Gewerkschafter protestieren
gegen die Altersarmut
„[Die Sozialrentner] haben jetzt ausgedient, sind vergessen, verlassen und abgeschrieben und müssen in bitterster Not und Elend ihr noch kurzes Stück ihres Lebens in Leid und Armut verbringen, während auf der anderen Seite in der Privatwirtschaft sich ungeheure Reichtümer ansammeln und von staatswegen Gehälter gezahlt werden, die 1000.- bis 3000.- DM monatlich übersteigen.“ (Deutscher Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz)
1957-
1972

Wirtschaftswunder
auch für Rentner

1959: Dreiklang: Vollbeschäftigung – volle Rentenkassen – volle Rentnerportemonnaies
„In noch höherem Maß als im Vorjahr war das Wirtschaftsleben im Jahre 1959 von Vollbeschäftigung gekennzeichnet. Diese Tatsache konnte bei der teilweise noch steigenden Lohntendenz nicht ohne Einwirkung auf die Beitragseinnahmen bleiben.“ (Verwaltungsbericht 1959)
1964: Versicherungsnummern
„Im Hinblick auf die beabsichtigte Automation in der Rentenversicherung und die Vergabe der Versichertennummern mußte die Umlegung der Versicherungskarten nach Geburtsdatum und Alphabet statt früher nur nach Alphabet vorbereitet werden, eine Arbeit, die jetzt (April 1960) nahezu beendet ist.“
(Verwaltungsbericht 1959)
1969: Ungleichgewichte
„Es wird in der nächsten Zeit Aufgabe der Selbstverwaltungsorgane sein, diese Bestre-bungen voranzutreiben und die Grundlage dafür zu schaffen, daß die Arbeiterrentenversicherung die kommenden Jahre einer schwierigen Finanzsituation überstehen kann.“
(Geschäftsführung 1968)
1973-
1989

Ölkrise, Demographie
und Massenarbeitslosigkeit

1974: Rezession zehrt an den
Rentenfinanzen
„Es waren für die deutsche Rentenversicherung harte Jahre, die an den Fundamenten unserer gegliederten Rentenversicherung rüttelten. Schon bald, nachdem sich im Herbst 1974 die neuen Selbstverwaltungsgremien gebildet hatten, wurden die finanziellen Probleme sichtbar.“
(Vorsitzender Dr. Doetsch)
1983: Gründung der Tarifgemeinschaft
„Nach dem Krieg bis Anfang der 1980er Jahre gab es zeitweise über 200 Haustarifverträge, die nicht immer nur bereichsspezifische Besonderheiten regelten.“ (Tarifgemeinschaft der DRV)
1990-
1999

Deutsche Einheit und
Globalisierung

2000-
2015

Nach der Jahrtausendwende

Zwischen Euroeinführung und Finanzkrise

Impressum

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Telefax: 06232 17-2589

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Internet: www.deutsche-rentenversicherung-rlp.de

Inhaltliche Konzeption und Redaktion
Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz (Speyer)

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